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15 Sep 2026

AirPods 5 oder AirPods Pro 3: Wer braucht was?

AirPods 5 oder AirPods Pro 3: Wer braucht was?

Seit dem 9. September 2026 steht die Frage im Raum: AirPods 5 oder AirPods Pro 3? Apple hat die günstigen Ohrhörer neu aufgestellt und ihnen aktive Geräuschunterdrückung serienmäßig verpasst. Damit kostet der Einstieg in ANC nur noch 149 Euro. Die Pro 3 kosten im Apple Store weiterhin 249 Euro. Der Abstand von 100 Euro wirkt auf den ersten Blick klein. Bei genauem Hinsehen trennt beide Modelle deutlich mehr als der Preis.

Wir haben die technischen Daten beider Generationen gegenübergestellt, die deutschen Preise geprüft und die Funktionen sortiert, die in der EU tatsächlich nutzbar sind. Denn genau dort liegt 2026 der Unterschied zwischen Werbeversprechen und Alltag.

 

Was sich bei den AirPods 5 wirklich geändert hat

Die wichtigste Neuerung ist eine Aufräumaktion. Bei den AirPods 4 mussten Sie sich noch zwischen einer Variante ohne ANC und einer teureren mit ANC entscheiden. Diese Verwirrung ist weg. Beide AirPods-5-Modelle bringen aktive Geräuschunterdrückung mit.

Technisch steckt dahinter eine neue Multiport-Akustikarchitektur und ein überarbeiteter adaptiver Equalizer. Apple gibt an, dass die AirPods 5 bis zu 50 % mehr Umgebungsgeräusche unterdrücken als die AirPods 4 mit ANC. Das ist eine Herstellerangabe unter Laborbedingungen nach IEC 60268-24, kein Ergebnis eines unabhängigen Hörtests.

Als Chip arbeitet weiterhin der H2. Neu ist die Schutzklasse IP57 gegen Staub, Schweiß und Wasser. Das offene Design ohne Silikonaufsätze bleibt, und genau dieser Punkt entscheidet später über Ihre Kaufentscheidung.

 

Die AirPods Pro 3 nach einem Jahr am Markt

Die AirPods Pro 3 sind seit September 2025 erhältlich und wurden in diesem Jahr nicht abgelöst. Auf der September-Keynote 2026 gab es kein neues Pro-Modell, die dritte Generation bleibt also Apples Spitzenmodell im In-Ear-Bereich.

Ihr Aufbau ist ein anderer. Silikonaufsätze dichten den Gehörgang passiv ab, bevor die Elektronik überhaupt anfängt zu rechnen. Diese passive Dämmung ist der Grund, warum abgedichtete In-Ear-Hörer bei tiefen Frequenzen immer einen Vorsprung haben werden. Ein Dieselmotor im Reisebus, das Dröhnen einer Klimaanlage, das Rauschen einer Flugzeugkabine: Hier liegen die Pro 3 in einer anderen Liga.

Dazu kommen zwei Funktionen, die es bei den AirPods 5 schlicht nicht gibt. Ein Herzfrequenzsensor erfasst bei über 50 Trainingsarten Ihren Puls. Und die Hörgerätefunktion macht aus den Ohrhörern ein Werkzeug für Menschen mit leichter bis mittlerer Hörminderung, inklusive Hörtest über das iPhone.

 

AirPods 5 und AirPods Pro 3 im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle enthält nur bestätigte Herstellerangaben. Alle Akkuwerte beziehen sich auf Apples eigene Testbedingungen und fallen im Alltag je nach Lautstärke und Nutzung niedriger aus.

Merkmal AirPods 5 AirPods 5 mit Ladecase AirPods Pro 3
Preis Apple Store DE 149 Euro 169 Euro 249 Euro
Bauform Offen, ohne Aufsätze Offen, ohne Aufsätze In-Ear, abgedichtet
Chip H2 H2 H2
Wiedergabe mit ANC bis 4 Std. bis 5 Std. bis 8 Std.
Gesamt mit Case bis 20 Std. bis 22 Std. bis 24 Std.
Case laden USB-C USB-C, Qi, Watch-Ladegerät USB-C, MagSafe
Lautstärke am Stiel Nein Ja, Wischgeste Ja, Wischgeste
Herzfrequenzmessung Nein Nein Ja, über 50 Trainingsarten
Hörgerätefunktion Nein Nein Ja, inkl. Hörtest
Schutzklasse IP57 IP57 IP57
Live-Übersetzung Ja Ja Ja
Marktstart 18. September 2026 18. September 2026 September 2025

 

Die drei Preispunkte und was sie real bedeuten

Apple ruft in Deutschland 149 Euro, 169 Euro und 249 Euro auf. In den USA liegen die AirPods 5 bei 129 US-Dollar beziehungsweise 149 US-Dollar. Rechnen Sie diese Beträge nicht um, in den deutschen Preisen stecken Mehrwertsteuer und regionale Kalkulation.

Interessanter ist der Blick auf den Handel. Die AirPods Pro 3 sind seit einem Jahr am Markt und werden bei deutschen Händlern regelmäßig ab etwa 209 Euro gelistet, in Aktionen auch darunter. Damit schrumpft der Abstand zu den 169 Euro der besser ausgestatteten AirPods 5 auf rund 40 Euro. Für diesen Betrag bekommen Sie Herzfrequenzmessung, Hörgerätefunktion, doppelte Akkulaufzeit pro Ladung und spürbar stärkere Geräuschunterdrückung.

Variante Apple Store Aufpreis zur Basis Was Sie dafür bekommen
AirPods 5 149 Euro Basis ANC, IP57, Live-Übersetzung
AirPods 5 mit Ladecase 169 Euro 20 Euro 1 Std. mehr Akku, Qi-Laden, Wischgeste
AirPods Pro 3 249 Euro 100 Euro Abdichtung, Puls, Hörgerätefunktion, 8 Std. Akku

Unsere Einschätzung zu den 20 Euro Aufpreis innerhalb der AirPods-5-Reihe: Sie zahlen ihn faktisch für die Lautstärkeregelung am Stiel. Wer die Lautstärke bisher immer über das iPhone geändert hat, wird den Unterschied nach zwei Wochen nicht mehr missen wollen. Die zusätzliche Stunde Laufzeit und das kabellose Laden sind Zugaben.

 

Geräuschunterdrückung: offen gegen abgedichtet

Hier liegt der ehrlichste Teil dieses Vergleichs. Apple hat mit den AirPods 5 etwas geschafft, das vor drei Jahren technisch kaum vorstellbar war: brauchbares ANC in einem Ohrhörer ohne Abdichtung. Die Betonung liegt auf brauchbar.

Offene Ohrhörer müssen jede Störung rechnerisch auslöschen, weil physisch nichts blockiert wird. Das funktioniert gut bei gleichmäßigem tiefem Rauschen. Es funktioniert schlechter bei plötzlichen, hohen Geräuschen: Türenschlagen, Tastaturklappern, Stimmen im Großraumbüro. Wer im ICE zwei Stunden konzentriert arbeiten will, spürt den Unterschied zu den Pro 3 innerhalb der ersten Minuten.

Umgekehrt gilt: Wer Abdichtung im Ohr als Druck empfindet, wer nach 45 Minuten In-Ear ein unangenehmes Gefühl bekommt oder wer im Straßenverkehr bewusst mithören möchte, ist mit dem offenen Design besser bedient. Das ist keine Sparentscheidung, sondern eine anatomische. Eine ausführliche Einordnung des gesamten Sortiments finden Sie in unserem Ratgeber Welche AirPods kaufen 2026?.

 

Gesundheit und Sport: der Sensor, den nur ein Modell hat

Die Herzfrequenzmessung der AirPods Pro 3 ist die Funktion, die am häufigsten unterschätzt wird. Sie erfasst bei über 50 Trainingsarten den Puls und schreibt die Werte live in die Health-App auf dem iPhone.

Ordnen wir das ehrlich ein. Eine Apple Watch bleibt präziser, vor allem bei Intervallen und schnellen Pulswechseln. Für Läufer, die drei Trainingseinheiten pro Woche absolvieren und keine Uhr tragen möchten, schließt der Sensor trotzdem eine echte Lücke. Sie bekommen Herzfrequenzzonen und einen Kalorienwert, ohne ein zweites Gerät zu laden.

Die Hörgerätefunktion ist der zweite Punkt. Sie richtet sich an Menschen mit leichter bis mittlerer Hörminderung und beginnt mit einem Hörtest über das iPhone. Danach verstärken die Ohrhörer gezielt die Frequenzbereiche, in denen Ihr Gehör nachgelassen hat. Im Transparenzmodus mit aktiver Hörunterstützung geben die Pro 3 bis zu 10 Stunden durch. Ein ärztlich angepasstes Hörgerät ersetzt das nicht, für den Alltag ist es eine ernstzunehmende Hilfe.

 

Siri AI, Live-Übersetzung und die EU-Lage

Apple bewirbt die AirPods 5 prominent mit freihändigem Zugriff auf Siri AI. Für deutsche Käufer ist dieser Punkt zum Marktstart wertlos, und das sollte man klar sagen.

Siri AI startete am 14. September 2026 mit iOS 27 als Beta und zunächst nur auf Englisch. Wegen der Vorgaben des Digital Markets Act bringt Apple die neue Siri in der EU vorerst nicht auf iPhone und iPad. Für Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch ist der Oktober angekündigt, für Deutsch gibt es bisher keinen Termin. Was die AirPods hier können, hängt vollständig am gekoppelten iPhone. Ohne Siri AI auf dem iPhone bleibt sie auch im Ohr aus. Die Hintergründe haben wir in unserem Ratgeber iOS 27: Die neue Siri AI im Überblick aufgearbeitet.

Anders sieht es bei der Live-Übersetzung aus. Diese Funktion war in der EU ebenfalls blockiert, kam aber mit iOS 26.2 am 9. Dezember 2025 in allen EU-Ländern an. Deutsch gehört zu den unterstützten Sprachen. Sie funktioniert auf beiden Modellen dieses Vergleichs, setzt aber ein iPhone mit aktiviertem Apple Intelligence voraus. Ein älteres iPhone wird durch neue AirPods nicht KI-fähig.

 

Vier Alltagsszenarien, vier klare Empfehlungen

Technische Daten helfen nur begrenzt. Entscheidend ist, wie Sie die Ohrhörer tatsächlich benutzen. Vier Profile, die wir aus typischen Kundenanfragen ableiten.

Marc, 34, Pendler in Hamburg. Täglich 50 Minuten S-Bahn, morgens Podcast, abends Musik. Der Zug ist laut, der Bahnsteig noch lauter. Marc braucht die passive Abdichtung, weil der Grundpegel im Nahverkehr dauerhaft hoch liegt. Die 8 Stunden Laufzeit der Pro 3 decken zudem eine komplette Arbeitswoche Pendeln ohne Zwischenladen ab. Empfehlung: AirPods Pro 3.

Sandra, 41, Projektleiterin im Homeoffice. Fünf bis sechs Videocalls pro Tag, dazwischen konzentrierte Schreibarbeit im ruhigen Arbeitszimmer. Sandra setzt die Ohrhörer sieben Stunden am Tag auf und ab. Genau hier spielt das offene Design seine Stärke aus, weil kein Druckgefühl entsteht und sie das Türklingeln weiterhin hört. Die kurze Akkulaufzeit stört nicht, das Case liegt griffbereit auf dem Schreibtisch. Empfehlung: AirPods 5 mit kabellosem Ladecase.

Tobias, 27, läuft dreimal pro Woche. Zehn Kilometer, keine Apple Watch, will aber seine Herzfrequenzzonen sehen. Für ihn gibt es nur eine Antwort, denn der Sensor sitzt ausschließlich in den Pro 3. Dazu kommt der sicherere Sitz beim Laufen, offene Ohrhörer rutschen bei Schweiß und Erschütterung eher. Empfehlung: AirPods Pro 3.

Elena, 58, hört Hörbücher und telefoniert viel. Sie bemerkt seit einiger Zeit, dass Gespräche in Restaurants anstrengender werden. Die Hörgerätefunktion der Pro 3 ist für sie kein Zubehör, sondern der eigentliche Kaufgrund. Der Hörtest über das iPhone kostet zehn Minuten und liefert ein persönliches Profil. Empfehlung: AirPods Pro 3.

 

Die Schwächen, die in der Werbung fehlen

Drei Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie bestellen.

Erstens die Akkulaufzeit der AirPods 5. Vier Stunden mit aktivem ANC sind wenig. Ein Langstreckenflug nach New York dauert rund acht Stunden, Sie müssen also zwischendurch ins Case. Die Variante mit kabellosem Ladecase schafft fünf Stunden und entschärft das nur teilweise.

Zweitens der Rückschritt beim Case der Pro 3. Die Gesamtlaufzeit inklusive Ladecase liegt bei 24 Stunden. Die AirPods Pro 2 kamen auf 30 Stunden. Wer von der zweiten Generation wechselt, verliert also sechs Stunden Gesamtreserve, obwohl der einzelne Ohrhörer länger durchhält.

Drittens die Sensorlücke bei den AirPods 5. Weder Herzfrequenz noch Hörgerätefunktion sind vorhanden, und das lässt sich später nicht per Software nachrüsten. Wenn eine der beiden Funktionen für Sie auch nur wahrscheinlich relevant wird, sparen die 100 Euro Differenz am falschen Ende.

 

Was das für Ihre Kaufentscheidung heißt

Die AirPods 5 sind das bessere Angebot im Wortsinn, die AirPods Pro 3 das bessere Produkt. Apple hat mit dem 149-Euro-Einstieg eine echte Lücke geschlossen und macht ANC massentauglich. Wer aber regelmäßig in lauter Umgebung unterwegs ist, trainiert oder auf Hörunterstützung angewiesen ist, findet in den Pro 3 Funktionen, die kein Preisnachlass bei der Basis ersetzt.

Ein Hinweis zum Zeitpunkt: Die AirPods 5 sind ab dem 18. September 2026 im Handel. Erfahrungsgemäß bewegen sich die Preise der Pro 3 in den Wochen nach einem Neustart im Sortiment nach unten. Wer nicht sofort kaufen muss, beobachtet den Markt zwei bis drei Wochen.

 

Unabhängig davon, für welches Modell Sie sich entscheiden: Das Ladecase ist das Bauteil, das die Kratzer abbekommt. Es wandert täglich in Hosentasche, Rucksack und Jackentasche, meist neben Schlüssel und Münzen. Wir fertigen unsere AirPods Sleeves aus echtem Wollfilz passgenau für das jeweilige Case, in Handarbeit in unserer Manufaktur im Siegerland. Wie Sie Ihre Ohrhörer im Alltag sinnvoll schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber AirPods richtig schützen.

 

 

 

Fazit

Wenn Sie überwiegend im ruhigen Büro oder zu Hause hören, Ohrhörer stundenlang tragen und Abdichtung als unangenehm empfinden, dann sind die AirPods 5 mit kabellosem Ladecase für 169 Euro die richtige Wahl.

Wenn Sie pendeln, viel fliegen, trainieren oder die Hörgerätefunktion brauchen, dann führt kein Weg an den AirPods Pro 3 vorbei, und die 100 Euro Aufpreis sind gut investiert.

Wenn Sie bereits AirPods Pro 2 besitzen und keinen Puls messen wollen, dann warten Sie ab. Ihre Ohrhörer bleiben stark, und beim Ladecase wären Sie sogar im Rückschritt.

 

Häufige Fragen

Wann sind die AirPods 5 lieferbar?
Vorbestellungen laufen seit dem 9. September 2026, der Verkauf startet am 18. September 2026. Die Preise liegen bei 149 Euro und 169 Euro.

Haben beide AirPods-5-Modelle aktive Geräuschunterdrückung?
Ja. Anders als bei den AirPods 4 gehört ANC bei beiden Varianten zur Grundausstattung. Die teurere Version unterscheidet sich durch längere Laufzeit, kabelloses Laden und die Lautstärkegeste am Stiel.

Funktioniert die neue Siri AI in Deutschland mit den AirPods?
Zum Start nicht. Siri AI kommt mit iOS 27 wegen des Digital Markets Act vorerst nicht auf iPhone und iPad in der EU. Da die AirPods die Funktion vom gekoppelten iPhone beziehen, bleibt sie hierzulande zunächst aus.

Ist die Live-Übersetzung in Deutschland nutzbar?
Ja. Sie wurde mit iOS 26.2 am 9. Dezember 2025 in der EU freigeschaltet und unterstützt Deutsch. Vorausgesetzt werden ein kompatibles iPhone mit aktiviertem Apple Intelligence und aktuelle AirPods-Firmware.

Können die AirPods 5 die Herzfrequenz messen?
Nein. Der Herzfrequenzsensor sitzt ausschließlich in den AirPods Pro 3 und lässt sich nicht per Update nachrüsten.

Lohnt der Wechsel von AirPods Pro 2 auf Pro 3?
Nur bedingt. Die Pro 3 bieten stärkeres ANC, 8 statt 6 Stunden Laufzeit, IP57 und den Pulssensor. Die Gesamtlaufzeit mit Ladecase sinkt jedoch von 30 auf 24 Stunden.

Welche AirPods eignen sich besser zum Laufen?
Die AirPods Pro 3. Die Silikonaufsätze sitzen bei Schweiß und Erschütterung sicherer, und der Pulssensor ersetzt bei Gelegenheitssportlern eine Sportuhr.

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